strandkorbeEin großartiges Wochenende liegt hinter mir. Ich verbrachte es mitsamt Familie, vielen Freunden aus meiner Studienzeit und einer mittlerweile beträchtlichen Anzahl von Kindern in einer Ferienhaussiedlung an der Ostsee. Die Qualität des Wetters spare ich mal aus, was allerdings weder eine Auswirkung auf die allgemeine Stimmung, noch auf meine Befindlichkeit hatte. Ich erlebte sogar gleich mehrere Durchbrüche.

Einer war der, dass ich überhaupt gar keine brisanten politischen oder spirituellen Themen loswerden musste, was mir früher unmöglich gewesen wäre. Trotzdem musste ich mich nicht verbiegen, war blendender Laune und konnte durch meine Freude die Anderen sicher zu sehr viel mehr Verständnis für meine Lebensweise führen, als durch Worte, die nur zu hitzigen Diskussionen geführt hätten. Früher war es für mich ein Ding der Unmöglichkeit, nicht über das zu sprechen, was mich wirklich bewegt. Aber, Blog sei Dank, kann ich dieses Bedürfnis in andere Bahnen bringen und muss nicht mehr zwanghaft diese Themen anschneiden. Wie befreiend!

Ein zweites schönes Erlebnis, das vielleicht etwas banal klingen mag, war, dass ich an dem traditionellen Fußballspiel teilgenommen habe. Im Jahr zuvor hatte ich noch gebremst und mir von der Seite angeschaut, wie meine zum Teil im Verein spielenden Freunde sich die Lunge aus dem Hals rannten. Da ich nicht der durchsetzungsstärkste Fußballer des Planeten bin, machte ich einen Rückzieher, um aber diesmal bereits vorher anzukündigen, dass ich am Start sein würde. Wenige Minuten zuvor stach mich sogar noch eine Wespe oder Biene in den Fuß, was mich nicht von meinem Vorhaben abhalten sollte, mitzukicken. Und, trotz meiner eher bescheidenen Mittel strotzte ich vor Selbstbewusstsein, was sich postwendend mit dem ersten Tor meiner Fußballkarriere mit den ehemaligen Studienfreunden auszahlte. Und, das Spiel machte wirklich Spaß und ich bekam den Respekt von viel besseren Spielern. Das hat mir gezeigt, was mit Wille und Selbstvertrauen zu schaffen ist, auch wenn das natürlich äußerlich eine ganz kleine Geschichte ist, aber innen sehen die ganz kleinen Geschichten ganz anders aus. Hinter vermeintlich kleinem steckt immer viel viel mehr.

Und das dritte, was mich an diesem Wochenende in Verzücken versetzt hat war, dass ich einen Namen für meine neue Aufgabe gefunden habe. Vor einiger Zeit kam mir die Idee, dass ich mein Hobby des Redenentwickelns und -haltens und des Interesses an Lebenswegen und Motivationen von Menschen in eine Berufung umwandeln sollte. Wie ein freier Theologe, nur eben nicht als Theologe. Ich war Feuer und Flamme bei dem Gedanken. Hochzeitspaaren und ihren Gästen mit Hilfe von freien, humorvollen und rührenden Zeremonien ewige Erlebnisse zu verschaffen, ist im Moment die beste Beschäftigung, die ich mir vorstellen kann. Ich spreche liebend gern mit Menschen, interviewe sie, finde den roten Faden in ihren Leben, schreibe ausgesprochen gern Reden. Ich spreche gern vor Publikum, bringe es zum Lachen und zum freudigen Weinen. Das ist mein wahres Talent, das ich jetzt rauslassen werde. Das Problem war nur, dass ich keinen Namen für mich oder für die Sache finden konnte. Ich wollte einen augenzwinkernden Namen, der im Gedächtnis bleibt, einen Namen, der gute Laune macht und der meine Motivation transportiert, FREUDE zu geben. Tja, nicht so einfach. Ich dachte an sowas ähnliches wie “Glücks-Bringer”, das Programm von Eckardt von Hirschhausen. War aber nun mal schon weg. Mir kam die Idee “Der Freude-Spender”, was allerdings nur zu innerem Erbrechen bei all denen geführt hat, denen ich von diesem Einfall erzählt habe. Und dabei sind meine Freunde eigentlich für doppelbödige Scherze zu haben. Also gab ich an dem Wochenende die Botschaft raus, dass meine Freunde immer mal wieder mal nach einem geeigneten Namen vor sich hin brainstormen sollten, was solange zu nichts führte, bis ich um zwei Uhr morgens mit nur noch mit Axel und Eric am Lagerfeuer saß und noch einmal bemerkte, dass mir kein Name einfallen würde. Da antwortete Eric wie aus der Pistole geschossen: “Herr Glück”. Das hat gesessen. ,Ja, wow, gut`, meinte ich schon recht begeistert, ,noch nicht ganz, aber, “Herr Freude”!` Das war´s. HERR FREUDE! Jippiiiihhhhhh! So einfach wie genial, finde ich zumindest. Der Name führt zu sofortiger guter Laune, ist augenzwinkernd, transportiert meine Motivation, bleibt im Gedächtnis. Meine Laune für die weiteren Tage war auf jeden Fall schon mal gesichtert. Also machte ich mich gestern gleich ran, sicherte www.herr-freude.de, überlegte mir Visitenkarten, wo noch Zeremonienmeister - Conferencier stehen soll, dachte über den Look der Seite nach, den ich einfach von hier übernehmen werde und bin so glücklich! Jetzt muss nur noch jemand eine freie Zeremonie wollen, muss auch gar nicht unbedingt spirituell sein, würde ich individuell abstimmen und ab geht´s - mit Herrn Freude!